Kinofilmkritik für das Kinomagazin Von der Rolle der Medienwissenschaftler der Uni Bonn – „The Life and Death of Peter Sellers“ – April 2005

The Life & Death of Peter Sellers

Regie: Stephan Hopkins
Länge: 122 Minuten
Kinostart: 28.04.05
Drehbuch: Christopher Markus & Stephan McFeely
Darsteller: Geoffrey Rush, Charlize Theron, John Lithgow, Stephan Fry, Stanley Tucci, Emily Watson, Sonia Aquino

„The Life and Death of Peter Sellers“ zeigt die turbulente Karriere des britischen Komödianten, seinen Aufstieg vom beliebten BBC-Radiosprecher zu einem der talentiertesten Filmkomiker der Welt. Es handelt sich bei dem Film nicht um eine Dokumentation, wie der Titel vielleicht vermuten lässt. Der Film geht sogar über normale Kinobiografien hinaus. Denn der Ansatz der hinter dem Projekt steht ist, Peter Sellers selbst einen Film über sich drehen zu lassen. Und so verschmilzt die normale Filmhandlung immer wieder mit nachgestellten Familienfilmaufnahmen und Szenen aus Sellers bekanntesten Filmen. Dies geschieht so gekonnt, dass der Film wie aus einem Guss wirkt.

Dazu kommt das Geoffrey Rush („Shakespeare in Love“ / „Fluch der Karibik“) nicht nur die zahlreichen Filmrollen Peter Sellers spielt, sondern immer wieder in eine der Personen aus Sellers Leben schlüpft um dann als seine Mutter, sein Vater oder Stanley Kubrick aufzutreten und so seine Macken und Marotten kommentiert. Und die, das soll an dieser Stelle erwähnt werden, sind die Ursachen für viele tragische Momente in Sellers Leben. Sein mangelndes Selbstbewusstsein und die Schwierigkeit sein wahres Ich zu finden werden auch immer wieder deutlich aufgezeigt, wenn auch oft ironisch überzeichnet. So das einem das Lachen eigentlich nie wirklich vergeht.

Apropos Lachen! Mit Geoffrey Rush als Peter Sellers wurde eine exzellente Wahl getroffen. Sein schauspielerisch-komödiantischen Talent und seine Verwandlungsfähigkeit stehen denen eines Peter Sellers kaum nach. Es ist zu komisch, wenn er als Dr. Strangelove zum Essen mit seiner Mutter erscheint und einfach nicht er selbst sein kann.
Auch die Nebenrollen sind gut besetzt, unter anderem mit Charlize Theron als Sellers zweite Ehefrau, Brit Ekland, oder Stanley Tucci als Stanley Kubrick und allen voran Stephan Fry als Maurice Woodruff, Sellers Wahrsager.

Dem Regisseur Stephan Hopkins, bekannt durch Filme wie „Lost in Space“, „Predator 2“ oder „Judgement Night“, ist es gelungen mit „The Life and Death of Peter Sellers“ einen Film zu drehen, der trotz aller tragischen Momente den selben Witz und Charme versprüht wie die alten Sellers-Klassiker. Man bekommt direkt Lust sich wieder mal die „Pink Panther“ – Filme anzusehen. Der Film ist unbedingt sehenswert, nicht nur für Peter Sellers Fans!!!

( Stefan Weich )

 
Kinofilmkritik für triggerfish.de – „Iron Man 2“ – Mai 2010

IRON MAN 2

Nicht misslungen, nicht herausragend!

IRON MAN 2 ist der Beweis, dass es auch ohne 3-D-Effekte möglich ist in der Blockbuster-Liga oben mitzuspielen. Die Comic-Verfilmung mit Robert Downey Jr. in der Hauptrolle des Playboy-Millionär-Superhelden hat bereits in den USA mehr als 130 Millionen Dollar eingespielt.

Das Risiko den bisher eher als Enfant terrible verschrienen Robert Downey Jr. für die Hauptrolle eines Superhelden-Blockbusters zu besetzen hatte sich bereits im 2008 erschienenen ersten Teil ausgezahlt. Auch im aktuellen zweiten Teil kann Robert Downey Jr. als „Tony Stark / Iron Man“ wieder auftrumpfen. Und er hat ein namhaftes Schauspielerensemble zur Seite gestellt bekommen, dass es genauso versteht sich in Szene zu setzen. Allen voran natürlich seine beiden Gegenspieler. Zum einen der russische Wissenschaftler „Ivan Vanko / Whiplash“, gespielt von Mickey Rourke, der optisch einem Uruk-hai näher scheint als einem genialen Physiker, und sich für die von Howard Stark begangenen Ungerechtigkeiten an seinem Vater rächen will. Zum anderen der Waffenfabrikant „Justin Hammer“, gespielt von Sam Rockwell, der mit seiner zappeligen Art vergeblich versucht, Tony Stark das Wasser zu reichen.

Nicht zu vergessen sind die beiden starken Frauen, die „Tony Stark“ jeweils auf ihre eigene Art und Weise zur Seite stehen. Gwyneth Paltrow spielt wieder „Virginia ‚Pepper’ Potts“, Tony Starks Assistentin und spätere Chefin von Stark Industries. Und die fantastische Scarlett Johansson begeistert als coole, sexy Superheldin „Natasha Romanoff / Black Widow“ auch, aber nicht nur, durch ihre spektakulären Kampfszenen im heißen Lycra-Outfit.

Die hochkarätige Besetzung ist eine der Stärken von Iron Man. Coole Sprüche und lustige Situationen sind weitere. Die gut umgesetzte Action mit ansprechenden Spezialeffekten weiß auch zu überzeugen. Da es hier um eine Comic-Verfilmung geht, darf man von realistischer Action natürlich nicht ausgehen. Der Film artet aber nicht etwa in einer sinnbefreiten Action-Materialschlacht aus. Ganz im Gegenteil. Es gibt tatsächlich nur drei Actionsequenzen, wobei auch nur die letzte Sequenz ein wenig zu lang erscheint.

Neben Spaß und Action werden aber auch ernstere Töne in IRON MAN 2 angeschlagen. Da der implantierte Elektrotransmitter, der Tony Stark eigentlich am Leben erhält, ihn langsam vergiftet und er sterben wird, wenn er nicht eine alternative Energiequelle findet, ist der ansonsten immer selbstbewusste und arrogante Stark nun auch des Öfteren traurig und gedankenverloren zu sehen. Allerdings fehlt hier, wie auch bei der Darstellung seines Alkoholproblems, der nötige Tiefgang. Die an sich sehr ernste Problematik wird dann leider für die Situationskomik beinahe ins Lächerliche gezogen, beispielsweise als sich Stark während seiner Geburtstagsfeier dermaßen betrinkt, dass er vor allen Gästen in seine Rüstung pinkelt. Aber immerhin findet eine Charakterentwicklung statt und man betritt neue Pfade.

Die mittelmäßige Story reißt den Zuschauer zwar nicht vom Hocker, aber langweilig wird es trotzdem nicht. Interessant, besonders für eingefleischte Fans der Marvel-Comics, sind die zahlreichen Anspielungen auf das bevorstehende „Avengers“ Kino-Abenteuer. Hierzu gehören unter anderem der erneute Auftritt von „Nick Fury“ (Samuel L. Jackson), dem Chef der Geheimorganisation S.H.I.E.L.D., die Integration von „Natasha Romanoff / Black Widow“ in die Story sowie die kurze Szene nach dem Abspann, in der S.H.I.E.L.D. den Hammer von „Thor“ findet.

Letztlich ist IRON MAN 2 anständiges und kurzweiliges Popcorn-Kino, bei dem die 125-minütige Spielzeit wie im Flug vergeht. Wenn man keine großen Ansprüche an die Handlung stellt, wird man bei IRON MAN 2 gut unterhalten.

Der offizielle Soundtrack des Films wird unter dem Namen einer der größten Rock Bands vertrieben. Die Tracklist der CD liest sich wie eine Best of Zusammenstellung der australischen Rock Heroes AC/DC.

Darüber hinaus veröffentlicht Diesel mit ihrem Produkt „Only The Brave. Iron Man – Limited Edition“ eine Parfümkreation, die passend in einer feuerroten „Iron Man“-Faust angeboten wird. Ferner lädt Diesel alle Fans ein in die „Super Heroes Custom Factory“ zum interaktiven Entdecken der „revolutionären“ Parfümkreation”.

( Stefan Weich & Mirko Bogedaly )